Juni 2026

Orange und dümmer

In meinem letzten Blogbeitrag kamen die Grünen nicht gut weg. Ich hatte ein Buch mit dem polemischen Titel ‹Grün und dumm› des deutschen Physikers Hans Hofmann-Reinecke erwähnt. Die Grünen verdienen aber eine Ehrenrettung. Bei ihnen weiss man, woran man ist. Bei der CVP/Die Mitte mit Logo in Orange ist dies nicht der Fall. Die Leuthard-Energiewende nach 'Fukushima' war eine Spitzkehre gegen die Kernenergie um 180 Grad. Deshalb ein wenig Polemik im Titel. Der Schaden ist ja gross genug.

Politikanalyse by Reto Knutti

Die Abstimmung vom 14. Juni über die Volksinitiative ‹Keine 10 Millionen-Schweiz› hat wieder gezeigt: Politische Journalisten lieben den Stadt-Land-Graben. Kaum waren die Resultate nach Gemeinden bekannt, überboten sich die Medien in Betrachtungen über diesen ominösen Graben. Sogar im Weltblatt NZZ stand: «Ein Blick auf die Gemeindekarte zeigt einen Stadt-Land-Graben: Ausgerechnet dort, wo der Dichtestress wahrscheinlich am grössten ist, stimmten die Menschen eher Nein.» Auch Professor Reto Knutti, der bekannte ETH-Klimaforscher, lieferte seine Analyse - mit einer kaum versteckten politischen Botschaft.

Gespräch mit Gemini

Die deutsche Politik der CDU/CSU-SPD-Koalition unter Bundeskanzler Merz rief mir den Ausspruch vom ‹sozialdemokratischen Jahrhundert› in Erinnerung. Nur war ich nicht mehr sicher, ob die Formel tatsächlich von Lord Ralf Dahrendorf stammt, wie ich mich zu erinnern glaubte. Also fragte ich Google Gemini und wurde in eine inhaltsreiche Konversation verwickelt, die ich unten mit leichten Kürzungen und Bezügen zur Schweiz wiedergebe.

RCP8.5-Szenario entsorgt

Weshalb juble ich nicht einfach mit, wenn nun das RCP8.5-Szenario entsorgt worden ist? Die Unsicherheiten der Modellschätzungen sind so gross, dass selbst geringere Varianten der Erderwärmung als die bis über 5 Grad des RCP8.5-Szenarios Schadensfolgen haben können, mit denen man heute nicht rechnet. Umso mehr müsste die Politik eine Klimapolitik anstreben, die die knappen Ressourcen möglichst effizient einsetzt, auf Symbolpolitik verzichtet und insbesondere einen Sinn für die Opportunitätskosten von Klimaschutzmassnahmen entwickelt. Dann reiht sich die Klimaschutzpolitik, neben anderen wichtigen Weltproblemen zwingend in eine globale Prioritätenliste des Handelns.