Vor der jährlichen kardiologischen Kontrolle an der Zürcher Hirslanden-Klinik erhielt ich mit der Terminbestätigung im Anhang zur Mail-Nachricht vier Formulare zum Ausfüllen. Seit Jahren bin ich Patient am Herzzentrum der Hirslanden-Klinik. Alle meine Daten und Unterschriften hatte ich bereits zuvor immer wieder auf Formularen angeben und bestätigen müssen. Alles ist irgendwo abgespeichert oder auf Papier archiviert. Der ganze Leerlauf der eidgenössischen Gesundheitsbürokratie zeigt sich im Vergleich mit dem Prozess eines funktionierenden elektronischen Patientendossiers mit vom Patienten generell autorisierten Zugriffsrechten. Um diese Diskrepanz spürbar zu machen, lohnt es sich, den Aufwand mit den vier Formularen detailliert zu beschreiben.
Die Leute wollen bessere Politiker, was immer das heisst. Und sie nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Auf X kursieren über Bundeskanzler Merz Pinocchio-Karikaturen, aber das ist noch bei weitem nicht die Spitze der Respektlosigkeit. Für politische Kommentatoren stellt sich immer die Frage, wie weit man mit Kritik an Amtsträgern gehen kann oder sollte. Wer meine Artikel im volldaneben-Blog oder in diversen Medien ein wenig kennt, ist vielleicht schon auf persönliche Charakterisierungen gestossen, bei denen man einen gewissen Mangel an Respekt vor dem Amt spüren konnte. Kürzlich habe ich in einem Blog-Beitrag mehrmals von unserer ‹Fukushima-Doris› geschrieben.
Seit der Volksabstimmung zur Einführung einer 13. AHV-Monatsrente im März 2024 wird über die Finanzierung gestritten. Das Thema ist also weiterhin brandaktuell. Es gibt kaum ein Projekt, für das der Vorwurf einer Sozialpolitik mit der Giesskanne berechtigter wäre. Es lohnt sich deshalb, den Gründen vertieft nachzugehen, weshalb das ‹gewöhnlich klug entscheidende Stimmvolk› (Kaspar Villiger) einer solchen Frivolität mehrheitlich zugestimmt hat. Die VOX-Befragungen nach Volksabstimmungen enthalten viel aufschlussreiches Material, das in den Medien nur ungenügend beachtet wird.