Entwicklungspolitik

Äthiopien versus Vietnam

Leichtere Kost scheint mir für die Sommerferienzeit angemessen. Es gab diese Woche einige Vorkommnisse, die eines Blogbeitrags würdig gewesen wären, aber andere Medien kamen mir zuvor. Ein eher lokales Ereignis verdient doch einen Kommentar, aber nur als Vorgeplänkel zum Hinweis auf die senegalesische Unternehmerin Magatte Wade, die sagt: "The number 1 rule to keep Africa poor is to keep blaming colonialism for everything."

Die populärste Sparidee

Viele Menschen durchschauen die komplizierte Mechanik der Entwicklungszusammenarbeit mit all ihren Akteuren mit unterschiedlichen Interessen nicht. Aber sie fühlen, dass diese in der Dritten Welt - Verzeihung, ich meine natürlich im Globalen Süden - bei weitem nicht das an Entwicklung liefert, was seit Jahrzehnten versprochen wurde. Die Bevölkerung urteilt bei der Entwicklungshilfe offensichtlich ganz anders als die Entwicklungshilfe-Lobby mit all ihren zugewandten NGO.

Entwicklungshilfe unter Druck

Die drohenden grossen Defizite im Bundeshaushalt befeuern unter der Fuchtel der starren Schuldenbremse den Verteilungskampf um knappe Mittel. Würden sich unsere politisch bestimmenden Eliten nach den Wünschen der stimmberechtigten Bevölkerung richten, wäre das Budget der Entwicklungshilfe Spitzenkandidat für Sparmassnahmen. Hat man in der Schweiz kein Herz für die Armen im sogenannten Globalen Süden? Ich halte diese Folgerung für falsch und vertrete eine andere Sicht.