Institutionen

Die Zukunft von vorgestern – heute

Wie im letzten Beitrag vor Wochenfrist in Betracht gezogen, liefere ich heute Einblicke in die damaligen Bestseller der Zukunftsforscher Alvin Toffler und John Naisbitt. Sie unterscheiden sich durch ihre zuversichtlichere Stimmung von den alarmistischen Megastudien, die letzte Woche besprochen wurden. Dies gilt für Naisbitt eher als für Toffler. In seinem Buch 'Eco-Spasm' von 1975 verwies Toffler dann schon - ähnlich den warnenden Botschaften von 'Global 2000' und den Berichten des Worldwatch Institute - auf die ökonomischen und ökologischen Belastungsgrenzen einer einseitig auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft.

Papierflut in der Klinik

Vor der jährlichen kardiologischen Kontrolle an der Zürcher Hirslanden-Klinik erhielt ich mit der Terminbestätigung im Anhang zur Mail-Nachricht vier Formulare zum Ausfüllen. Seit Jahren bin ich Patient am Herzzentrum der Hirslanden-Klinik. Alle meine Daten und Unterschriften hatte ich bereits zuvor immer wieder auf Formularen angeben und bestätigen müssen. Alles ist irgendwo abgespeichert oder auf Papier archiviert. Der ganze Leerlauf der eidgenössischen Gesundheitsbürokratie zeigt sich im Vergleich mit dem Prozess eines funktionierenden elektronischen Patientendossiers mit vom Patienten generell autorisierten Zugriffsrechten. Um diese Diskrepanz spürbar zu machen, lohnt es sich, den Aufwand mit den vier Formularen detailliert zu beschreiben.

Egoistisch oder Altruistisch?

Seit der Volksabstimmung zur Einführung einer 13. AHV-Monatsrente im März 2024 wird über die Finanzierung gestritten. Das Thema ist also weiterhin brandaktuell. Es gibt kaum ein Projekt, für das der Vorwurf einer Sozialpolitik mit der Giesskanne berechtigter wäre. Es lohnt sich deshalb, den Gründen vertieft nachzugehen, weshalb das ‹gewöhnlich klug entscheidende Stimmvolk› (Kaspar Villiger) einer solchen Frivolität mehrheitlich zugestimmt hat. Die VOX-Befragungen nach Volksabstimmungen enthalten viel aufschlussreiches Material, das in den Medien nur ungenügend beachtet wird.

Obligatorisch obligatorisch!

Seit den fernen Zeiten des Neins zum EWR-Beitritt im Dezember 1992 beschäftigt das Verhältnis zur EU die politische Schweiz. Über viele Jahre liefen Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen. Aktuell befinden wir uns in einer Konstellation, die eigentlich zwei Volksabstimmungen erfordern würde. Eine erste müsste über die Art des Referendums entscheiden - fakultativ ohne oder obligatorisch mit Ständemehr. Die zweite beträfe das neu ausgehandelte Vertragspaket selbst. Die Anhänger der neuen Verträge versuchen mit allen Mitteln, ein fakultatives Referendum durchzudrücken.

Hobbes heute

Der englische politische Philosoph Thomas Hobbes hielt nicht viel von der menschlichen Natur. Die Menschen seien von Gier und Neid getrieben. Sie müssten sich deshalb auf einen Souverän, den "Leviathan", einigen, der das Machtmonopol und die notwendigen Mittel besitzt, um einen tödlichen Krieg jeder gegen jeden zu verhindern und dadurch jeden Einzelnen vor Angriffen seiner Mitsubjekte zu schützen. Gibt es in der heutigen Zeit noch Staaten mit Regierungen, die dem Leviathan von Hobbes ähneln?

Unbewaffnete Neutralität

Die Schweiz als ‹sicherer Hafen› ist als Marketing-Botschaft an die Vermögenden dieser Welt ein erstaunlicher Erfolg. Kaum richteten iranische Drohnen und Raketen im Reichenparadies Dubai die ersten Schäden an, gab es Medienmeldungen über Absetzbewegungen reicher Ausländer Richtung Schweiz. Das ist doch eher erstaunlich, konnte man doch in jüngerer Zeit in den Medien viele unverblümt ehrliche Aussagen von glaubwürdigen Experten über den lamentablen Zustand der Schweizer Armee vernehmen. Auch über das politische Gerangel um mehr Geld für die militärische Sicherheit war viel ernüchternde Information öffentlich im Umlauf.