Umweltpolitik

Von Idealisten und Fundamentalisten

Am Abstimmungswochenende vom 27. September werden eine radikal fundamentalistische und eine radikal idealistische Volksinitiative ziemlich klar scheitern. Die erste SRG-Umfrage zu den beiden Volksabstimmungen wurde diese Woche in den Medien kommentiert. Neutralitätsfundamentalist Christoph Blocher wird sich mit einer Abstimmungsniederlage in den kampagnenpolitischen Ruhestand verabschieden müssen. Bei der sogenannten Ernährungsinitiative überrascht der Kontrast zwischen extremer Ablehnung im Parlament und erstaunlich hohen Sympathien in der Bevölkerung.

Die Zukunft von vorgestern – heute

Wie im letzten Beitrag vor Wochenfrist in Betracht gezogen, liefere ich heute Einblicke in die damaligen Bestseller der Zukunftsforscher Alvin Toffler und John Naisbitt. Sie unterscheiden sich durch ihre zuversichtlichere Stimmung von den alarmistischen Megastudien, die letzte Woche besprochen wurden. Dies gilt für Naisbitt eher als für Toffler. In seinem Buch 'Eco-Spasm' von 1975 verwies Toffler dann schon - ähnlich den warnenden Botschaften von 'Global 2000' und den Berichten des Worldwatch Institute - auf die ökonomischen und ökologischen Belastungsgrenzen einer einseitig auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft.

Hurra, wir leben noch!

Zwei Exemplare der frühen Worldwatch-Berichte haben das Ausmisten meiner Fachbibliothek überstanden. Dies geschah, weil ich immer schon neugierig war, in welchem Ausmass sich all die ‹Futuristen-Autoren› in ihren Prognosen irren würden. Die Reihe alarmistischer Grossstudien begann am Anfang des Krisen-Jahrzehnts der 1970er-Jahre mit 'Die Grenzen des Wachstums' des Club of Rome. Danach kam im Auftrag des amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter 'Global 2000'. Ab 1984 erschien der jährliche Bericht 'Zur Lage der Welt...' des Worldwatch Institute. Obwohl die Welt die empfohlene Abkehr von der kapitalistischen Wachstumsgesellschaft verworfen hat, haben wir überlebt.

Martin Killias liegt voll daneben!

Im November hielt der oberste Heimatschützer, Professor Martin Killias, an einer Tagung ein Referat über die städtebauliche Verdichtung. Der Titel: "Verdichtung schafft Probleme". Dem Heimatschutz wird immer wieder vorgeworfen, er be- bzw. verhindere mit Einsprachen die geforderte Verdichtung in Städten. Im Referat sagte Killias an einer Stelle dasselbe wie im späteren Interview mit der NZZ: „Es gibt einen Grund, weshalb Stettbach oder Dübendorf keine Tourismus-Hotspots sind. Die Leute gehen nur dorthin, weil sie müssen. Voll daneben, Herr Killias!

Klima-Wokeness an der ETH

Am 10. September erschien in der renommierten Wissenschaftszeitschrift 'Nature' eine Studie der ETH Zürich (ETHZ) mit dem Titel 'Systematic Attribution of Heatwaves to the Emissions of Carbon Majors'. Am Schluss des 'Abstract' steht folgender Satz: „Unsere Ergebnisse tragen dazu bei, die Beweislücke zu schliessen, um die Verantwortlichkeit für historische Klimaextreme zu klären.“ Die Autoren schreiben, es gehe um die Ausweitung der Zuordnung von Klimaextremen bis zu den Emittenten, damit diese gerichtlich belangt werden können. Die grössten Emittenten bilden die Gruppe der 'Carbon Majors'.

Kampf um die „Genschere“

In der Sommerferienzeit füllen die Medien eine gewisse Leere der Ereignisse auch gerne mit rezykliertem Stoff aus vergangenen Zeiten. Da mein Blog schon seit 2012 existiert, war die Versuchung gross, auch auf frühere Beiträge zurückzugreifen. Es könnte doch interessant sein zu sehen, ob damalige politische Themen weiter aktuell sind. Sind in der Zwischenzeit Lösungen gefunden worden oder kämpfen wir immer noch gegen die gleichen Widerstände an wie damals? Also ging ich auf die Suche nach Artikeln aus der Anfangszeit des Blogs. Dort fand ich bald einen Beitrag vom April 2013 mit aktuellem Bezug.