Die Zukunft von vorgestern – heute

Erstaunlich hellsichtige Prognosen der Zukunftsforscher Alvin Toffler und John Naisbitt

‚Future Shock‘ von 1970, ‚Megatrends‘ von 1982

Seit der Layout-Aufrüstung vor gut zwei Jahren sind auf volldaneben.ch mittlerweile, gewöhnlich im Wochenabstand, etwa 100 Beiträge zu unterschiedlichen Themen publiziert worden. Doch auch der Blogautor darf sich in der Sommerferienzeit einmal etwas erholen und andere arbeiten lassen. Dafür hat man zum Beispiel Google Gemini.

Wie im letzten Beitrag vor Wochenfrist in Betracht gezogen, liefere ich heute Einblicke in die damaligen Bestseller der Zukunftsforscher Alvin Toffler und John Naisbitt. Die Zukunftsstudien der damaligen Zeit waren meist irgendwie ‚magisch‘ auf die Jahrtausendwende gerichtet, wenn nicht explizit wie ‚Global 2000‘, dann mindestens unausgesprochen. Seitdem hat die Menschheit ein weiteres Vierteljahrhundert absolviert. Heute schauen wir zurück auf den Blick von vorgestern auf gestern.

Toffler und Naisbitt unterscheiden sich durch ihre zuversichtlichere Stimmung von den alarmistischen Megastudien, die letzte Woche besprochen wurden (‚Die Grenzen des Wachstums‘, ‚Global 2000‘, die Berichte ‚Zur Lage der Welt…‘ des Worldwatch Institute). Dies gilt für Naisbitt eher als für Toffler. In seinem späteren Buch ‚Eco-Spasm‚ von 1975 verwies Toffler nämlich auch auf die ökonomischen und ökologischen Belastungsgrenzen einer einseitig auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft, quasi in Vorwegnahme der warnenden Botschaften von ‚Global 2000‘ und der Berichte des Worldwatch Institute.

‚Future Shock‘ von Alvin Toffler (1928-2016)
Tofflers Thema war die Überforderung der Leute durch das Tempo des gesellschaftlichen Wandels. Er argumentierte auch in treffenden Schlagworten wie ‚informationelle Überlastung‘ oder ‚Wahlüberflutung‘. Es wurde gesagt, Toffler plädiere im Grunde für eine Expertokratie. Google Gemini gibt folgende Erläuterungen:

Liest man nur schon die fettgedruckten Schlagworte – Beschleunigung des Wandels, Kultur der Kurzlebigkeit, Informationelle Überlastung, Reiz- und Wahlüberflutung, – klingt dies höchst aktuell, mit dem Unterschied, dass diese Trends inzwischen noch zu einer grösseren Herausforderung geworden sind. Die Folgen für demokratische Gesellschaften sollten nicht unterschätzt werden, denn mediale Gehirnwäsche und Manipulation der öffentlichen Meinung sind heutzutage allgegenwärtig.

‚Megatrends‘ von John Naisbitt (1929-2021)
Die bekannteste und erfolgreichste Publikation des Zukunftsforschers John Naisbitt ist der Bestseller ‚Megatrends: Ten New Directions Transforming Our Lives‘. Das Buch war monatelang top in den Bestsellerlisten. In 57 Ländern wurden gemäss Wikipedia 14 Millionen Exemplare abgesetzt.

Von der Industrie- zur Informationsgesellschaft: Die zehn Megatrends von John Naisbitt
(Bild generiert durch Google Gemini)

Google Gemini gibt dazu folgende Erläuterungen:

Wer denkt beim letzten Satz nicht spontan an die aktuelle KI-Grossdebatte! Einzelne der zehn Megatrends sind nicht so eingetroffen, wie Naisbitt vorhersagte. Aber niemand könnte behaupten, mit seiner Liste habe er voll daneben gegriffen.

Hohe Nachfrage nach Orientierung in unruhigen Zeiten
Toffler und Naisbitt erscheinen mir nicht als blosse Phantasten, die mit extravaganten Buchtiteln und Botschaften möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollten. Sie waren sorgfältig recherchierende Autoren, die sich mit grossem Einsatz und Aufwand in ihre Thematik vertieften. Die Umbruchzeit der 1970er-Jahre und die Magie der nahenden Jahrtausendwende begünstigten das Interessensgebiet der Zukunftsforschung. Altes schien sich aufzulösen, bevor noch die Konturen des Neuen fassbar waren. Die Nachfrage nach Orientierung war grösser als in ruhigen Zeiten. Vieles von dem, was die beiden Autoren beschrieben und voraussagten, klingt bis heute – oder heute wieder – aktuell. ‚Orientierungslos‘ ist ein Adjektiv, das in Kommentaren zur Zeit wieder gehäuft vorkommt.

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