Finanzbetrüger auf Facebook

Neo-Millionärinnen und manipulierte Schweizer Prominenz werben für betrügerische Crypto-Plattform(en)

Heute liefere ich etwas eher Exotisches – eine vielleicht unnötige Warnung vor Finanzbetrug, immerhin mit einem gewissen Unterhaltungswert. Diese ‹Gisela Hoffmann› in zwei Versionen trägt dazu bei:

Neues Leben im Luxus: die doppelte ‹Gisela Hoffmann›
(Bildquelle unbekannt, da über die Anzeige auf Facebook nicht eruierbar)

Dazu der gleiche Text in zwei Anzeigen:«Gisela Hoffmann, geboren in Zürich, schaffte es, innerhalb eines Jahres zwei Immobilien, einen Bentley und einen Ferrari zu kaufen und 16 Länder zu bereisen. Zuvor arbeitete sie für Mindestlohn bei einer Schweizer Bank. Wie hat sie es geschafft, in nur einem Jahr so ​​viel Geld zu verdienen? Sie erzählt uns ihre Geschichte.»

Auch in der Romandie ist eine mehrfach aufgespritzte Mutti zur Bentley-Besitzerin aufgestiegen.

(Bildquelle unbekannt, da über die Anzeige auf Facebook nicht eruierbar)

Die angebliche KI-Handelsplattform SmartSTP sah vor einiger Zeit so aus:

Screenshot der Plattform von SmartSTP im Jahr 2025

Vor der Nutzung von SmartSTP warnen Schweizer Behörden und Anwender mittlerweile dringend. Als Reaktion werden einfach die Namen der Plattformanbieter geändert.

Auf Facebook unbehelligt
Trotz offiziellen Warnungen, und obwohl immer wieder die gleiche Masche mit einer Starteinzahlung von CHF 250 geworben wird, rotieren die Anzeigen auf Facebook weiterhin in der rechten Spalte. Jüngst erschien ein Hinweis auf den manipulierten Werbeträger Nemo in der SRF-Sendung ‹Gedig direkt›, die – KI sei Dank – in eine kleine Schlägerei ausartete.

Screenshot Facebook-Seite

Für die Anzeigen werden vorzugsweise manipulierte Mediengeschichten eingesetzt. Zum Beispiel diese ‹fake› Blick-Meldung über die SRF-Fernsehsendung ‹Gredig direkt› mit Nemo:

(Bildquelle unbekannt, da über die Anzeige auf Facebook nicht eruierbar)

Dazu die wichtigsten Textpassagen, die man auch summarisch lesen kann:

………………………..

…………………….

(Bildquelle unbekannt, da in der Anzeige auf Facebook nicht angegeben)

Kurze Nachfrage bei Google Gemini: Ist eine Finanzplattform Falke Ertragsee bei der FINMA (Schweiz) registriert oder handelt es sich um einen Betrugsversuch? Hier die Rückmeldung:

Auch die SRF-Politsendung ‹Arena› wurde schon betrügerisch manipuliert:

(Bildquelle unbekannt, da in der Anzeige auf Facebook nicht angegeben)

In einem anderen Fall zitiert eine Anzeige zwei der bekanntesten Schweizer Milliardäre, die noch einmal dank der Crypto-Wunderplattform je 6 Millionen Franken dazu verdient haben sollen. Die beiden Zitate sind praktisch identisch:

Christoph Blocher: «Vor vier Jahren habe ich 300 Franken auf eine Plattform eingezahlt, die von künstlicher Intelligenz gesteuert wird. In vier Jahren sind daraus 6’011’540 Franken geworden. Ich habe absolut nichts getan: Das System hat allein gearbeitet.»

Hans-Jörg Wyss: «Ich habe vor vier Jahren 300 Franken auf diese Plattform eingezahlt. Dreihundert Franken — weniger als ein Abendessen in Zürich. In vier Jahren sind daraus 6 Millionen geworden. Ohne dass ich irgendetwas getan habe.»

Ein Link in dieser Anzeige führte zu einer Plattform Vogt Rendifels. Frage an Google Gemini: Gibt es Informationen über die Trading-Plattform Vogt Rendifels? Hier die Rückmeldung:

Aufdringliche Rückzahlungsangebote
Dazu gibt es aus Rückmeldungen betroffener Anleger genauere Informationen. Wenn ein Anleger sein Konto schliessen will, wird er telefonisch aufgefordert, ein Crypto-Konto zu eröffnen, weil das Geld in Crypto-Währungen angelegt sei. Wer darauf nicht einsteigt, kriegt in der Folge immer wieder Anrufe. Es wird behauptet, es gehe um mehrere Tausend Euro, die sich angesammelt hätten und die man anfordern könne. Die Aufdringlichkeit des wiederholten Rückzahlungsangebots ist ein deutliches Zeichen, dass auch diese ‹Rückzahlung› als Teil der Betrügerei betrieben wird.

Da auf Facebook solche betrügerischen Anzeigen weiterlaufen können, obwohl der Schwindel mittlerweile seit längerem bekannt ist und offiziell davor gewarnt wird, müsste die eben ausgesprochene 16 Milliarden-Busse gegen Meta in Sachen Kinderschutz vielleicht noch etwas erhöht werden.

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