Im Sattel nach Monforte

Bilderbericht mit einer kurzen Vorbemerkung

In der Sache UBS (Keller-Suter gegen Ermotti)…
… hatte ich mich als AT1-Geschädigter des CS-Debakels bereits früher aus der Froschperspektive geäussert (hier). Einen Abschnitt von damals möchte ich wiederholen, der in den aktuellen Kommentaren zu wenig vorkommt:

Es sind jetzt zwar ’nur‘ 16 Mrd. Doch wenn Keller-Suter sich durchsetzt, ist die Selbstverzwergung des Landes einen Schritt weiter. In solchen Momenten gibt es zur Ablenkung nichts Besseres als eine zweitägige Velofahrt mit dem stets gutgelaunten Hans Galliker ins piemontesische Kernland.

Auf nach Monforte d’Alba
Am Freitagmorgen, 25. September, nahm ich mit Jungsenior Hans Galliker den Zug von Zürich nach Capo Lago-Riva San Vitale am Südende des Luganersees.

Im Zug nach Capo Lago-Riva San Vitale

In Capo Lage stiegen wir in den Sattel. Das Ziel des ersten Tages lag in Vercelli, ungefähr in der Mitte der Wegstrecke nach Monforte.

Hans G mit Vintage-Rennvelo

Diese Stadt in der Poebene war für mich schon immer ‚la capitale mondiale del risotto‘, was Google Gemini nun bestätigt: „Die Region rund um Vercelli sowie das benachbarte Novara bilden das grösste zusammenhängende Reisanbaugebiet Europas (Terre del Riso). Hier werden seit Jahrhunderten die hochwertigsten Risotto-Reissorten wie Arborio, Carnaroli und Baldo angebaut.“

Tag 1: 126 Kilometer mit 1’265 Anstiegsmetern

Nach dem Start in Capo Lago hat man zum Einfahren 13 flache Kilometer entlang dem Seeufer. Unterwegs überquert man die Landesgrenze. Vor dem Aufstieg auf den Passo des Tedesco lohnt sich der Blick auf den Luganersee Richtung Morcote. Im Aufstieg zum Pass trafen wir auf Kunst am Bau in Form eines riesigen Freskos.

Bereit für den Aufstieg zum Passo del Tedesco, das steile Hindernis des Tages
Kultureller Zwischenhalt mit Fresko

Der Passo del Tedesco, der hinüber ins Valganna führt, ist bereits die Herausforderung des Tages. Nicht sehr hoch, aber teils extrem steil. Da sagt sich der Veloveteran, ein Anstieg mit Abschnitten bis zu 16 Steigungsprozenten lieber gleich am Anfang als nach 100 Kilometern. Dem topfitten Jungsenior Hans Galliker ist das natürlich völlig egal.

Danach ging’s mit leichtem Rückenwind nach Sesto Calende am Südende des Lago Maggiore. Später sammelten wir durch die ‚Colline Novaresi‘ und bei den Überfahrten über Autobahnen und Eisenbahnlinien die letzten paar Höhenmeter vor der Poebene.

Reisernte im grössten Reisanbaugebiet von Europa
Im Innenhof der begrünten B&B-Unterkunft in Vercelli
Apero auf der zentralen ‚Piazza Cavour‘ in Vercelli
‚Risotto di quaglia‘ (Wachtel-Risotto) im Anzug in der Altstadt von Vercelli

Bei eher kühler Temperatur ging es am zweiten Tag weiter Richtung Süden, zuerst gut 20 Kilometer flach bis zur Brücke über den Po.

Tag 2: 115 Kilometer mit 1’108 Metern Anstieg
Der Po bei Trino

Über die Hügel des Monferrato erreicht man via Moncalvo die Provinzhauptstadt Asti. Und bald danach beginnen die Rebgebiete der Langhe mit den berühmten Anbaugebieten von Barbaresco und Barolo.

Im Anstieg nach Moncalvo
Weinberge in der Gegend um Castiglione Falletto

Mit 114,9 Kilometern in den Beinen kommen zum Schluss noch 100 Meter mit einer 15-prozentigen Steigung. Dafür genehmigen sich die Helden der Landstrasse zur Belohnung ein kühles Bier.

Schlussanstieg mit letzter Kraft
Tränkung auf der Terrasse über Monforte d’Alba
Später am Abend dann Kalorienaufnahme auf hohem Niveau mit Freunden bei ‚Da Lele‘ in Murazzano

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