Klima

RCP8.5-Szenario entsorgt

Weshalb juble ich nicht einfach mit, wenn nun das RCP8.5-Szenario entsorgt worden ist? Die Unsicherheiten der Modellschätzungen sind so gross, dass selbst geringere Varianten der Erderwärmung als die bis über 5 Grad des RCP8.5-Szenarios Schadensfolgen haben können, mit denen man heute nicht rechnet. Umso mehr müsste die Politik eine Klimapolitik anstreben, die die knappen Ressourcen möglichst effizient einsetzt, auf Symbolpolitik verzichtet und insbesondere einen Sinn für die Opportunitätskosten von Klimaschutzmassnahmen entwickelt. Dann reiht sich die Klimaschutzpolitik, neben anderen wichtigen Weltproblemen zwingend in eine globale Prioritätenliste des Handelns.

Schadensbilanz der Kernenergiephobie

Der bekannte US-amerikanische Umweltwissenschafter Roger Pielke jr. hat sich in seinem letzten Newsletter ‹The Honest Broker› mit der Frage beschäftigt, wie Europa heute energie- und klimapolitisch dastehen würde, wenn vor gut 30 Jahren der Weiterausbau der Kernenergie nicht gestoppt worden wäre. Pielke fragte sich: Wie sähe der Energiemix der EU heute aus, wenn sich der Staatenbund für eine Zukunft mit Kernenergie entschieden hätte? Welchen Einfluss hätte dies auf den Verbrauch fossiler Energie gehabt, und wie viel CO2 wäre dadurch weniger ausgestossen worden?

«Zerstörung der SRG» abgewendet

Zu den vier Abstimmungen hatte ich meine Abstimmungsparolen in einem Blogartikel erläutert. Die Abstimmungsresultate werden jetzt rückblickend kommentiert. Zwei der Abstimmungen waren 'moralisch aufgeladen'. Das damit zusammenhängende Phänomen der wachsenden Intoleranz für gegnerische Meinungen wird anhand von US-amerikanischen Studien in einem Exkurs erörtert.

Susanne Wille im Abstimmungskampf

Die Gegner der SRG-Initiative finden die öffentlichen Auftritte von Frau Wille gegen die sogenannte Halbierungsinitiative natürlich toll und durchaus legitim. Die Anhänger von «200 Franken sind genug» kritisieren dagegen das öffentliche Engagement der SRG-Direktorin, allerdings nur inhaltlich. Die Argumente, die den Sympathisanten der Initiative aufstossen, sind medial schon ausgiebig durchdekliniert worden. Es gibt jedoch nach meiner Auffassung einen wichtigeren Grund, die öffentlichen Auftritte von Susanne Wille zu kritisieren, und zwar einen formellen.

Chinas Energiehunger und wir

Über Chinas Energiepolitik kursieren allerhand stereotype Floskeln. Einerseits liest man von einem enormen Zubau von Solar- und Windenergie. Auch bei der fast CO2-freien Kernenergie machen die Chinesen auf Tempo, technologisch und produktionsmässig. Anderseits wird China mit seinem massiven Zubau von Kohlekraftwerken auch immer wieder als Hauptverursacher des weltweiten CO2-Ausstosses angeprangert. Was ist nun richtig? Könnte beides zutreffen? Jüngst entdeckte ich auf einer Online-Newsplattform die neusten Daten aus dem 'Statistical Review of World Energy'.

Klimaaktivist Reto Knutti

Kürzlich erhielt Markus Schär, Historiker, Journalist und Autor, eine Mailnachricht von ETH-Professor Reto Knutti, die folgenden Passus enthält: "...diese unzähligen Emails mit Ihnen und den Herren Rentsch, Saurer, Häring, Reichmuth, etc. haben uns noch nie auch nur einen Schritt weiter gebracht. Ihr primäres Ziel scheint mir, ist Fakten zum Klimawandel und dessen Dringlichkeit zu leugnen, und die Glaubwürdigkeit von Wissenschaftlern in Frage zu stellen." Da mein Name in dieser Aufzählung erscheint, möchte ich mich dazu äussern. Ich spreche dabei nur für mich. Ich kenne Professor Knutti relativ gut, umgekehrt auch.