Über Chinas Energiepolitik kursieren allerhand stereotype Floskeln. Einerseits liest man von einem enormen Zubau von Solar- und Windenergie. Auch bei der fast CO2-freien Kernenergie machen die Chinesen auf Tempo, technologisch und produktionsmässig. Anderseits wird China mit seinem massiven Zubau von Kohlekraftwerken auch immer wieder als Hauptverursacher des weltweiten CO2-Ausstosses angeprangert. Was ist nun richtig?
Das Büchlein, das zum 25-jährigen Bestehen von Avenir Suisse herauskam, benützt als originellen Aufhänger den Bestseller von Nassim Nicholas Taleb „Antifragile: Things That Gain From Disorder“. Die Avenir Suisse-Autoren wenden die sieben Prinzipien von Talebs Antifragilität auf den Zustand und die Zukunftsherausforderungen der Schweiz an. Ich war früher an mehreren Projekten von Avenir Suisse beteiligt und erlaube mir deshalb einen Jubiläums-Kommentar.
Wie vor Jahresfrist blicke ich auf die Leistungen des politischen Systems Schweiz im vergangenen Jahr zurück. Die schlimmsten Folgen politischer Inkompetenz und Schlamperei ereigneten sich, unter weltweiter Beobachtung, mit der Katastrophe von Crans-Montana in den ersten Stunden des neuen Jahres. Aber das Ereignis reicht in das alte Jahr 2025 zurück und soll deshalb hier auch noch in Erinnerung an die Opfer und als als Symptom des Niedergangs schweizerischer Tugenden erwähnt werden. Bei den grossen Baustellen der Bundespolitik ist die Lage Ende 2025 im Vergleich zum Vorjahr unverändert kritisch.
Als ab März 2000 über einen Zeitraum von fast drei Jahren die Luft aus der Dotcom-Blase entwichen war, hatten die US-amerikanischen Indizes S&P 500 49 Prozent, der NASDAQ sogar 78 Prozent eingebüsst. Der deutsche Leitindex DAX verlor 73 Prozent. Jüngst wurde heftig diskutiert, ob 2026 die befürchtete KI-Blase an den Finanzmärkten platzen würde, verbunden mit der Frage, ob der KI-Hype mit der Internet-Euphorie von damals vergleichbar sei, und es wurde warnend an die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende erinnert.
Im November hielt der oberste Heimatschützer, Professor Martin Killias, an einer Tagung ein Referat über die städtebauliche Verdichtung. Der Titel: "Verdichtung schafft Probleme". Dem Heimatschutz wird immer wieder vorgeworfen, er be- bzw. verhindere mit Einsprachen die geforderte Verdichtung in Städten. Im Referat sagte Killias an einer Stelle dasselbe wie im späteren Interview mit der NZZ: „Es gibt einen Grund, weshalb Stettbach oder Dübendorf keine Tourismus-Hotspots sind. Die Leute gehen nur dorthin, weil sie müssen. Voll daneben, Herr Killias!
Meinen heutigen Gastkommentar in der NZZ hat die Redaktion mit perfektem Timing auf die aktuelle Budgetdebatte im Parlament abgestimmt. Das ermüdende Gerangel in Sachen Nachrüstung der Armee nimmt kein Ende. Meine Prognose: Die Mechanik der schweizerischen Institutionen sorgt dafür, dass es noch Jahrzehnte dauern wird, bis wir wieder eine glaubwürdige Landesverteidigung haben. Die starre Schuldenbremse führt bei Erhöhungen in einer Ausgabenkategorie zwingend zu einem Spardruck in anderen Bereichen, unabhängig davon, ob es sich um konsumtive oder investive Ausgaben handelt.