Die Zukunft von vorgestern – heute

Wie im letzten Beitrag vor Wochenfrist in Betracht gezogen, liefere ich heute Einblicke in die damaligen Bestseller der Zukunftsforscher Alvin Toffler und John Naisbitt. Sie unterscheiden sich durch ihre zuversichtlichere Stimmung von den alarmistischen Megastudien, die letzte Woche besprochen wurden. Dies gilt für Naisbitt eher als für Toffler. In seinem Buch 'Eco-Spasm' von 1975 verwies Toffler dann schon - ähnlich den warnenden Botschaften von 'Global 2000' und den Berichten des Worldwatch Institute - auf die ökonomischen und ökologischen Belastungsgrenzen einer einseitig auf Wachstum ausgerichteten Gesellschaft.

Hurra, wir leben noch!

Zwei Exemplare der frühen Worldwatch-Berichte haben das Ausmisten meiner Fachbibliothek überstanden. Dies geschah, weil ich immer schon neugierig war, in welchem Ausmass sich all die ‹Futuristen-Autoren› in ihren Prognosen irren würden. Die Reihe alarmistischer Grossstudien begann am Anfang des Krisen-Jahrzehnts der 1970er-Jahre mit 'Die Grenzen des Wachstums' des Club of Rome. Danach kam im Auftrag des amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter 'Global 2000'. Ab 1984 erschien der jährliche Bericht 'Zur Lage der Welt...' des Worldwatch Institute. Obwohl die Welt die empfohlene Abkehr von der kapitalistischen Wachstumsgesellschaft verworfen hat, haben wir überlebt.

Äthiopien versus Vietnam

Leichtere Kost scheint mir für die Sommerferienzeit angemessen. Es gab diese Woche einige Vorkommnisse, die eines Blogbeitrags würdig gewesen wären, aber andere Medien kamen mir zuvor. Ein eher lokales Ereignis verdient doch einen Kommentar, aber nur als Vorgeplänkel zum Hinweis auf die senegalesische Unternehmerin Magatte Wade, die sagt: "The number 1 rule to keep Africa poor is to keep blaming colonialism for everything."

Papierflut in der Klinik

Vor der jährlichen kardiologischen Kontrolle an der Zürcher Hirslanden-Klinik erhielt ich mit der Terminbestätigung im Anhang zur Mail-Nachricht vier Formulare zum Ausfüllen. Seit Jahren bin ich Patient am Herzzentrum der Hirslanden-Klinik. Alle meine Daten und Unterschriften hatte ich bereits zuvor immer wieder auf Formularen angeben und bestätigen müssen. Alles ist irgendwo abgespeichert oder auf Papier archiviert. Der ganze Leerlauf der eidgenössischen Gesundheitsbürokratie zeigt sich im Vergleich mit dem Prozess eines funktionierenden elektronischen Patientendossiers mit vom Patienten generell autorisierten Zugriffsrechten. Um diese Diskrepanz spürbar zu machen, lohnt es sich, den Aufwand mit den vier Formularen detailliert zu beschreiben.

Respekt vor dem Amt – das war einmal

Die Leute wollen bessere Politiker, was immer das heisst. Und sie nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Auf X kursieren über Bundeskanzler Merz Pinocchio-Karikaturen, aber das ist noch bei weitem nicht die Spitze der Respektlosigkeit. Für politische Kommentatoren stellt sich immer die Frage, wie weit man mit Kritik an Amtsträgern gehen kann oder sollte. Wer meine Artikel im volldaneben-Blog oder in diversen Medien ein wenig kennt, ist vielleicht schon auf persönliche Charakterisierungen gestossen, bei denen man einen gewissen Mangel an Respekt vor dem Amt spüren konnte. Kürzlich habe ich in einem Blog-Beitrag mehrmals von unserer ‹Fukushima-Doris› geschrieben.

Egoistisch oder Altruistisch?

Seit der Volksabstimmung zur Einführung einer 13. AHV-Monatsrente im März 2024 wird über die Finanzierung gestritten. Das Thema ist also weiterhin brandaktuell. Es gibt kaum ein Projekt, für das der Vorwurf einer Sozialpolitik mit der Giesskanne berechtigter wäre. Es lohnt sich deshalb, den Gründen vertieft nachzugehen, weshalb das ‹gewöhnlich klug entscheidende Stimmvolk› (Kaspar Villiger) einer solchen Frivolität mehrheitlich zugestimmt hat. Die VOX-Befragungen nach Volksabstimmungen enthalten viel aufschlussreiches Material, das in den Medien nur ungenügend beachtet wird.