Der leichte Rückstand auf den üblichen Publikationstakt ist medizinisch begründet. Punkt ein Jahr nach meinem Velosturz in Eschenbach (SG) lag ich vergangene Woche für eine Darmoperation wieder im Spital. Der folgende Text ist vom dort verfügbaren täglichen Lesestoff inspiriert, den der geschwächte Organismus zu verarbeiten vermochte. Da der Darm aufwärts im Magen endet, scheint der Kopf unversehrt geblieben zu sein. Ich hoffe, meine Leserschaft sieht das auch so. Sonst steht am Schluss das Kommentarfeld offen.
Im Schatten von zwei Kriegen spielen sich in unserer Sicherheitspolitik Szenen penibler Plan- und Hilflosigkeit ab. Die Schweiz beschäftigt sich erst mit ihrer abgewrackten Armee, wenn in der Nähe ein Krieg ausbricht. Nur hat „Nähe“ heute angesichts der im Einsatz befindlichen Technologien der Kriegsführung eine ganz andere Dimension als noch vor wenigen Jahren. Die Ukraine und auch der Iran demonstrieren dies gerade, der Iran noch etwas anderes: Auch ein wirtschaftlich rückständiges Land kann durch den konzentrierten Einsatz seiner Ressourcen für den Aufbau eines militärischen Drohpotenzials zu einem geopolitischen Akteur werden, siehe auch Nordkorea.
Diese Woche kommt wieder einmal etwas Persönliches, nämlich ein Bericht über meinen Saisonauftakt in und um Monforte d'Alba. Es handelt sich um einen sportlichen Bilderbericht von meinen ersten piemontesischen Veloausflügen dieses Jahres durch die Hügellandschaften der Langhe. Der schlechte Zustand der Strassen ist für Velofahrer geradezu gefährlich, steht aber sinnbildlich für den Niedergang westlicher Wohlfahrtsstaaten.
Gestern lagen die Abstimmungsunterlagen für den 8 März in meinem Briefkasten, inklusive das oben abgebildete Abstimmungsbüchlein. Die ‹Arena›-Sendungen zu den vier Vorlagen laufen auch schon. Also bin ich mit meinen Abstimmungsparolen etwas spät dran. Ich gehe davon aus, dass meine Leserschaft über die Inhalte der einzelnen Abstimmungsgegenstände informiert ist, sodass ich mich auf ein paar besondere Aspekte beschränken kann. Es handelt sich um eine fast ideologiefreie Abstimmungshilfe für Wankelmütige und Unentschlossene.
Das Büchlein, das zum 25-jährigen Bestehen von Avenir Suisse herauskam, benützt als originellen Aufhänger den Bestseller von Nassim Nicholas Taleb „Antifragile: Things That Gain From Disorder“. Die Avenir Suisse-Autoren wenden die sieben Prinzipien von Talebs Antifragilität auf den Zustand und die Zukunftsherausforderungen der Schweiz an. Ich war früher an mehreren Projekten von Avenir Suisse beteiligt und erlaube mir deshalb einen Jubiläums-Kommentar.
Wie vor Jahresfrist blicke ich auf die Leistungen des politischen Systems Schweiz im vergangenen Jahr zurück. Die schlimmsten Folgen politischer Inkompetenz und Schlamperei ereigneten sich, unter weltweiter Beobachtung, mit der Katastrophe von Crans-Montana in den ersten Stunden des neuen Jahres. Aber das Ereignis reicht in das alte Jahr 2025 zurück und soll deshalb hier auch noch in Erinnerung an die Opfer und als als Symptom des Niedergangs schweizerischer Tugenden erwähnt werden. Bei den grossen Baustellen der Bundespolitik ist die Lage Ende 2025 im Vergleich zum Vorjahr unverändert kritisch.