Politik Schweiz

Risiken der Selbstbeweihräucherung

Die Schweiz ist zweifellos ein wunderbares Land. Das konnte ich gerade diese Woche wieder erleben, als ich mit einem befreundeten italienischen Ehepaar mit Tochter bei schönstem Wetter eine Reise durch die Schweiz unternahm. Nach einer solchen Reise neigt man leicht zur Überhöhung des eigenen Landes. Doch zu unserer grossartigen Landschaft, die einfach da ist, oder zu den sichtbaren Zeugen von Grosstaten früherer Generationen haben wir als heute Lebende nichts beigetragen. Ein weiteres Überhöhungsrisiko entsteht aus unserem Sonderfall-Denken. Dieses ist eng mit den Institutionen der direkten Volksrechte und des ausgeprägten Föderalismus verknüpft. Diese haben in den Augen vieler Schweizer einen derart…

Finanzbetrüger auf Facebook

Die Schilderung von unbehelligten Finanzbetrugsversuchen über Anzeigen auf Facebook hat einen gewissen Unterhaltungswert. Es wird doppelt manipuliert: z.B. mit gefälschten Medienberichten über gefälschte Fernsehauftritte von Prominenten. Es wird auch doppelt betrogen. Bei der Anwerbung von Kunden und beim Schliessen des Kontos. Wer dem undurchsichtigen Ablauf der versprochenen Rückzahlung nicht traut, erhält immer wieder Anrufe mit dem Hinweis, es hätten sich Tausende Euros angesammelt, die man zurückfordern könne. Offizielle Quellen vermuten, dass dann weitere Gebührenzahlungen gefordert werden.

Ist Wokeness heilbar?

Über die Ergebnisse einer Lehrerumfrage zur integrativen Schule berichteten zwei Leitmedien - NZZ und Radio SRF - völlig unterschiedlich. Für Radio SRF entsprach das Projekt der Integration zum Ausgleich von Startnachteilen unter dem Schlagwort ‹Chancengleichheit› gleichsam naturgemäss seiner ideologischen Schlagseite. Integriert in den normalen Unterricht in der Regelklasse werden bei diesem Konzept auch leistungsschwache und ‹verhaltensauffällige› Kinder mit allen möglichen ‹Benachteiligungen›, betreut von einem Schwarm von Heilpädagoginnen, Logopädinnen und weiteren sozialen Unterstützern.

Sind Linke lernfähig?

Der leichte Rückstand auf den üblichen Publikationstakt ist medizinisch begründet. Punkt ein Jahr nach meinem Velosturz in Eschenbach (SG) lag ich vergangene Woche für eine Darmoperation wieder im Spital. Der folgende Text ist vom dort verfügbaren täglichen Lesestoff inspiriert, den der geschwächte Organismus zu verarbeiten vermochte. Da der Darm aufwärts im Magen endet, scheint der Kopf unversehrt geblieben zu sein. Ich hoffe, meine Leserschaft sieht das auch so. Sonst steht am Schluss das Kommentarfeld offen.

Chaos ohne Perspektive

Im Schatten von zwei Kriegen spielen sich in unserer Sicherheitspolitik Szenen penibler Plan- und Hilflosigkeit ab. Die Schweiz beschäftigt sich erst mit ihrer abgewrackten Armee, wenn in der Nähe ein Krieg ausbricht. Nur hat „Nähe“ heute angesichts der im Einsatz befindlichen Technologien der Kriegsführung eine ganz andere Dimension als noch vor wenigen Jahren. Die Ukraine und auch der Iran demonstrieren dies gerade, der Iran noch etwas anderes: Auch ein wirtschaftlich rückständiges Land kann durch den konzentrierten Einsatz seiner Ressourcen für den Aufbau eines militärischen Drohpotenzials zu einem geopolitischen Akteur werden, siehe auch Nordkorea.

Saisonstart im Piemont

Diese Woche kommt wieder einmal etwas Persönliches, nämlich ein Bericht über meinen Saisonauftakt in und um Monforte d'Alba. Es handelt sich um einen sportlichen Bilderbericht von meinen ersten piemontesischen Veloausflügen dieses Jahres durch die Hügellandschaften der Langhe. Der schlechte Zustand der Strassen ist für Velofahrer geradezu gefährlich, steht aber sinnbildlich für den Niedergang westlicher Wohlfahrtsstaaten.